Böhm, Rainer: Frühkindliche Betreuung

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Produktinformationen "Böhm, Rainer: Frühkindliche Betreuung"

Bindung und Stressregulation aus entwicklungsmedizinischer Sicht

Die Bindungstheorie stellt heute die bestabgesicherte wissenschaftliche Grundlage zur sozioemotionalen und Persönlichkeitsentwicklung dar. Aktuelle neurowissenschaftliche Forschung bestätigt regelmäßig die Gültigkeit dieses Erklärungsansatzes. Eine zentrale Rolle im Bindungsgeschehen nimmt die Stressregulation ein. Bindungsmangel kann zu übermäßiger, sowohl akuter als auch chronischer Stressbelastung führen. Insbesondere führt eine ungenügende Sekretion des Bindungshormons Oxytocin zu einer Fehlregulation der HPA-Achse mit erhöhten Werten des Stresshormons Cortisol. Dieser Mechanismus ist in der Kinderschutzforschung zu Misshandlung und Vernachlässigung mittlerweile gut bekannt.
Weniger bekannt ist indes, dass auch frühe außerfamiliäre Gruppenbetreuung, speziell in den ersten drei Lebensjahren und auch bei hoher Betreuungsqualität, zu einer gravierenden Übersekretion von Cortisol mit signifikanten psychischen und psychosomatischen Störungen führen kann. Dies konnte mittlerweile in zahlreichen Studien weltweit nachgewiesen werden. Insbesondere die quasi-experimentelle Studie im kanadischen Bundesstaat Quebec zeigt eindrucksvoll, dass die Einführung eines allgemeinen U3-Betreuungsangebots direkt kausal mit kurz- und langfristigen Verhaltensstörungen, Einschränkungen der selbstbeurteilten Gesundheit und Lebenszufriedenheit, ja sogar mit einem Anstieg dissozial-kriminellen Verhaltens im Erwachsenenalter verbunden ist, ohne dass sich die erhofften Verbesserungen schulischer Leistungen eingestellt hätten.
Erheblich unterschätzt wird derzeit auch das Leidenspotenzial, dass für Kleinkinder mit der regelmäßigen und langdauernden Trennung von ihren primären Binduingspersonen einhergehen kann. Wichtig ist daher, neben der konsequenten Einhaltung hoher Qualitätsstandards, eine alters- und mengenbezogenen Begrenzung von U3-Gruppenbetreuung, wie sie bereits in der amerikanischen NICHD-Studie gefordert und in den "Bielefelder Empfehlungen" für Deutschland konkretisiert wurde. Frühe elterliche Betreuung muss wesentlich besser unterstützt und gefördert werden als dies derzeit in Deutschland der Fall ist.

Rainer Böhm, Dr. med., Leitender Arzt Sozialpädiatrisches Zentrum, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Evangelisches Klinikum Bethel, Bielefeld

Vortrag im Rahmen des 2. Stiftungstages "Beziehungskultur in Familien", 25. November 2017 in Halle (Saale), ca. 29 Min. auf 1 CD oder 1 DVD.

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Artikel-Nr.: BF17-V3C

 

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