Straubhaar, Thomas: Familienpolitik ist Wirtschaftspolitik!

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Produktinformationen "Straubhaar, Thomas: Familienpolitik ist Wirtschaftspolitik!"

Lange galt Familienpolitik als Nebensache. Sie wurde als Teil der Sozialpolitik mal als Frauen- und mal als Kinderpolitik, aber meistens als Politik der milden Gaben behandelt. Diese verengte Perspektive hat sich erst in den letzten Jahren geändert. Zunehmend wird nun Familienpolitik als wichtiger Teil der Wirtschaftspolitik verstanden. Das ist gut so. Denn es gibt eine Reihe überzeugender Gründe, um Familienpolitik auf der wirtschaftspolitischen Agenda ganz nach oben zu bringen.

1. Fachkräftemangel:
Mit Blick auf die demografische Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung zeichnet sich schon lange ein Fachkräftemangel in Deutschland ab. Immer mehr Betriebe suchen händeringend nach gut qualifiziertem Personal. Neben Älteren und Menschen mit Migrationshintergrund sind Frauen eine bei weitem nicht ausgeschöpfte Quelle, aus der sich ohne viel Aufwand die so dringend benötigten Fachkräfte gewinnen ließen. Um Frauen jedoch in den Erwerbsprozess einbinden zu können, braucht es eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Davon würden nicht nur die Frauen profitieren. Ebenso haben Betriebe einen mikroökonomischen Nutzen, wenn sie ohne viel zusätzliche Ausbildungs- und Rekrutierungskosten gut qualifizierte Mitarbeiterinnen finden. Schließlich jedoch gewinnt auch die Volkswirtschaft insgesamt, wenn Frauen einer ihren Fähigkeiten und Qualifikationen entsprechenden Berufstätigkeit nachgehen. Die durchschnittliche Produktivität steigt, die Steuereinnahmen nehmen zu und die internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert sich. Würde das Potenzial der gut ausgebildeten Frauen ausgenutzt und könnten Mütter ihre gewünschten Arbeitszeiten realisieren, würde der Fachkräftemangel in Deutschland kein Thema sein.

2. Wachstumseffekte
Der Einbezug gut qualifizierter Frauen wirkt sich positiv auf den Bestand an Humankapital aus. Da Humankapital als einer der wesentlichen Voraussetzungen für die wirtschaftliche Dynamik einer Volkswirtschaft betrachtet wird, verbessern sich dadurch generell die Wachstumsvoraussetzungen. Das wu¨rde auch für Deutschland gelten. Ebenso positiv auf die Produktivitätsentwicklung würde sich niederschlagen, dass sich Frauen in ihrer multiplen (und gleichzeitigen) Rolle als Mutter und Berufsfrau spezielle Qualitäten der Problemlösung aneignen und zudem soziale Kompetenzen erlangen, die sich gerade in einer generell heterogener werdenden Arbeitswelt gut einsetzen ließen.

3. Demografische Effekte
Vor dem Hintergrund der Bevölkerungsalterung ist eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie der Schlüsselfaktor für die Bereitschaft junger Frauen, eine Familie zu gründen. Denn die Geburtenhäufigkeit leidet nur vordergründig unter der hohen Frauenerwerbstätigkeit. Schaut man genauer hin, wird klar, dass Länder, die in punkto Vereinbarkeit Vorreiter sind, gleichzeitig auch die höchsten Geburtenraten haben. Gute Familienpolitik die für echte Vereinbarkeit sorgt, ist somit auch eine gute Wachstumspolitik.

4. Fiskalische Effekte
Erwerbstätige Frauen leisten über ihre Steuern und Lohnabgaben einen positiven Beitrag zur Finanzierung der Staatskassen. Diese Effekte werden mit Blick auf die demografischen Prozesse von Alterung und Schrumpfung vor allem für die Finanzierung der Renten von Bedeutung werden. Eine erhöhte Frauenerwerbsquote würde den Quotienten von Einzahlenden zu Auszahlenden verbessern und die Pro-Kopf-Belastung senken helfen.

5. Sozialpolitische Effekte
Alleinerziehende Mütter und ihre Kinder sind relativ stark gefährdet in relativer Armut leben zu müssen. Daten der OECD zeigen, dass Länder mit einem ausgebauten Angebot an außerhäuslichlicher Kinderbetreuung nicht nur die höchsten Mütter-Erwerbstätigenquoten, sondern auch die geringste Kinderarmut aufweisen (Deutschland liegt in dieser Statistik derzeit im Mittelfeld). Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern heißt daher auch, Armut vorzubeugen: Armut der Frauen und Armut der Kinder. Familienpolitik muss besonders stark darauf ausgerichtet sein, dass sich Armut und ungleiche Bildungschancen nicht vererben. Gerade ein verbesserter Einbezug der Frauen, gemäß ihrer bestehenden Qualifikationen und Fähigkeiten, hilft auch alleinstehenden Frauen, aus eigener Kraft eine bessere (finanzielle) Grundlage für die Bildung ihrer Kinder zu erlangen.

6. Mikroökonomische Effekte
Firmen, die für ihre Mitarbeiterinnen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen, haben bessere Chancen, gut qualifizierte Frauen für ihren Beruf rekrutieren zu können. Die Attraktivität von Firmen bei der Rekrutierung von Frauen wird um so wichtiger, je knapper das Reservoir qualifizierter Fachkräfte als Folge der demografischen Alterung und Schrumpfung der deutschen Gesellschaft werden wird. Dabei ist zu beachten, dass sich eine Firma die Reputation, familienfreundliche Beschäftigungsverhältnisse anzubieten, über lange Zeit erarbeiten muss. Anders formuliert: die Familienfreundlichkeit von heute, wird möglicherweise erst morgen ihre Früchte tragen. Aber: eine kurzfristige Aktion erst, wenn Not an Fachkräften nicht mehr anders zu beheben ist, wird nicht funktionieren. Zusammengefasst wird deutlich, dass eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine erhöhte Erwerbsquote von Frauen, entsprechend ihrer Qualifikationen, für die Zukunft der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sowohl aus mikro- wie auch makroökonomischer Sicht von strategischer Bedeutung ist. Es geht nicht mehr nur darum, den betroffenen Frauen mit einer familienfreundlichen Politik "etwas Gutes" tun zu wollen. Längstens ist eine gute Familienpolitik unverzichtbarer Bestandteil einer guten Wirtschaftspolitik. Gute Familienpolitik, also eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgt für eine bessere Ausschöpfung vorhandener Potenziale und damit für mehr Beschäftigung, mehr Wachstum und insgesamt mehr Wohlstand für alle.

(Kongress: "Familie-Beruf-Gesundheit" - Fürstenberg-Gesundheitskongress, Hamburg, 17. Juni 2009, Vortrag, 59 Min., 1 CD oder 1 DVD)

 

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