Mell, Thomas: Neurobiologie der Sucht am Beispiel der Alkoholabhängigkeit

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Produktinformationen "Mell, Thomas: Neurobiologie der Sucht am Beispiel der Alkoholabhängigkeit"

Neurobiologische Forschung hat wesentliche Korrelate der wichtigsten Symptome der Alkoholabhängigkeit identifizieren können, welche unsere Therapieverfahren beeinflussen. Genetische Untersuchungen im Tiermodell und beim Menschen weisen darauf hin, dass ein erhöhter Glutamatumsatz durch seine exzitatorische Wirkung auf glutamaterge NMDA-Rezeptoren zur Alkoholabhängigkeit disponieren kann. Chronische Alkoholeinnahme ist von einer veränderten Zusammensetzung der exzitatorischen NMDA- und der hemmend wirkenden GABA-A-Rezeptoren begleitet, die zur Toleranzentwicklung beiträgt und bei plötzlichem Absetzen des Alkohols zu Entzugssymptomen führt. Dies erklärt die akute Behandlung der Entzugssymptomatik mit Benzodiazepinen (als GABA-A-Agonisten) oder Antiepileptika. In der Abstinenz können Alkoholreize auch einen konditionierten Entzug im Sinne einer gegen die Alkoholwirkung gerichteten Reaktion auslösen, die bei Ausbleiben des Alkoholkonsums zur Entzugssymptomatik und zum Alkoholverlangen führt. Hier ist ein Ansatzpunkt des Acamprosats gegeben, welches auf NMDA-Rezeptoren und damit auf die erregende Neurotransmission einwirkt. Auch der in letzter Zeit viel diskutierte, aber zum Einsatz bei Alkoholabhängigkeit nicht zugelassene GABA-B-Agonist Baclofen wirkt offenbar auf das Gleichgewicht zwischen inhibitorischer und exzitatorischer Neurotransmisison ein. Tiermodelle und Untersuchungen beim Menschen belegen zudem die wichtige Rolle des dopaminergen Belohnungssystems bei alkoholbedingten Störungen. Hier zeigt sich ein verstärktes Ansprechen auf die unmittelbare, alkoholassoziierte Belohnung und eine verminderte Aktivierung bei anderen, z.B. sozialen Verstärkern. Eine verringerte Interaktion zwischen dem Belohnungssystem und Regionen wie dem dorsolateralen präfrontalen Kortex, der für die Handlungssteuerung zuständig ist, führt zudem zu einer verringerten Lerngeschwindigkeit bei positivem und negativem Feedback. Dies kann dazu beitragen, dass die Patienten nach der Entgiftung Schwierigkeiten haben, neue, nicht alkohol-bezogene Verhaltensweisen zu erlernen. Hier ist zu prüfen, ob verhaltenstherapeutische Programme besser wirken, wenn sie an die Lerngeschwindigkeit der Patienten angepasst werden.

Dr. med. Thomas Mell, Oberarzt im gerontopsychiatrischen Zentrum der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus, welche durch Herrn Prof. Heinz als Direktor geleitet wird. Ich habe in Berlin an der Charité Medizin studiert, im Rahmen eines Graduierenkollegs der Deutschen Forschungsgesellschaft zu dem Thema "Belohnungsassoziiertes Lernen im Alter" promoviert und dabei mich mit der zerebralen Repräsentation der Belohnungsverarbeitung mittels funktioneller Kernspintomographie bei jungen und älteren Menschen auseinandergesetzt. Ein Prozess, der natürlich auch bei der Entstehung von Abhängigkeitserkrankungen eine große Rolle spielt. Nach zweijähriger Assistenzarztausbildung in der Neurologie der Charité habe ich meine komplette Facharztausbildung unter Professor Heinz in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie absolviert. Seit 2013 bin ich Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. 2014 habe ich die Zusatzbezeichnung Geriatrie erworben und bin seit Januar 2015 nun Oberarzt einer gerontopsychiatrischen Station der Klinik. Zu meinen Forschungsinteressen zählen auch die Suchterkrankungen im Alter.

Vortrag anlässlich der GLE-International "Sucht. Wege aus dem Verfallen-Sein" vom 01. - 03. Mai 2015 in Salzburg, ca. 35 Min. als Sofortdownload (39 MB audio, 189 MB video).

>> Hier auch als CD oder DVD in unserer Auditorium-Edition erhältlich <<

 

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Artikel-Nr.: GLE15-V6Z

 

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