Keupp, Heiner: Das erschöpfte Selbst auf dem Fitnessparcours des globalen Kapitalismus

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Produktinformationen "Keupp, Heiner: Das erschöpfte Selbst auf dem Fitnessparcours des globalen Kapitalismus"

Wir Subjekte in der globalisierten Gesellschaft müssen ein hohes Maß an eigenständiger Identitätsarbeit leisten. Die zunehmende Erosion traditioneller Lebenskonzepte, die Erfahrung des "disembedding" (Anthony Giddens), die Notwendigkeit zu mehr Eigenverantwortung und Lebensgestaltung haben Menschen in der Gegenwartsgesellschaft viele Möglichkeiten der Selbstgestaltung verschafft. Zugleich ist aber auch das Risiko des Scheiterns gewachsen. Vor allem die oft nicht ausreichenden psychischen, sozialen und materiellen Ressourcen erhöhen diese Risikolagen. Die gegenwärtige Sozialwelt ist als "flüchtige Moderne" charakterisiert worden (Zygmunt Bauman), die keine stabilen Bezugspunkte für die individuelle Identitätsarbeit zu bieten hat und den Subjekten eine endlose Suche nach den richtigen Lebensformen abverlangt. Diese Suche kann zu einem "erschöpften Selbst" führen, das an den hohen Ansprüchen an Selbstverwirklichung und Glück gescheitert ist. Sie leiden unter Stress, kommen nicht mehr zur Ruhe, und funktionieren nur noch solange, bis es nicht mehr geht. Warum kommt man aus solchen Macht- und Ohnmachtsfallen so schwer heraus? Wie kann es in einer globalisierten Welt zu einer lebenswerten Balance von Tun und Lassen kommen? Aber es reicht nicht, nur über "psychohygienische" und psychotherapeutische Wege zu reden, so wichtig diese sind, wenn Menschen schwere psychische Probleme haben. Es ist notwendig, den gesellschaftlichen Rahmen mit in den Blick zu nehmen und danach zu fragen, wie er einerseits den einzelnen Menschen mit Erwartungen und Ansprüchen fordert und zunehmend überfordert und andererseits die "vereinzelten Einzelnen" damit alleine lässt. Und deshalb ist notwendig, über Strategien nachzudenken, wie so etwas wie ein psychologischer Arbeitsschutz verbindlich zu schaffen ist und wie Alternativen zum globalen Kapitalismus gedacht werden können, der sich ja als alternativlos ideologisch präsentiert.

Heiner Keupp ist 1943 in Kulmbach/Ofr. zur Welt gekommen, hat Psychologie und Soziologie studiert. Nach Promotion und Habiltation war er für mehr als 30 Jahre als Hochschullehrer für Sozial- und Gemeindepsychologie an der Universität München tätig. 2008 emeritiert und nimmt seither eine Gastprofessur an der Universität Bozen wahr. Außerdem verantwortet er den 13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung zu Gesundheitsförderung und Prävention . Aktuelle Forschungsprojekte beziehen sich auf Missbrauch in kirchlichen und pädagogischen Institutionen (z.B. Kloster Ettal und Odenwaldschule) und psychische Belastungen im globalisierten Kapitalismus.

Vortrag im Rahmen der M.E.G. - Jahrestagung, Bad Kissingen, 03. - 06. März 2016, ca. 37 Min. auf CD oder DVD

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Artikel-Nr.: MEG16-V1C

 

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