Heintel, Peter: Kompensationsphänomen Intimität

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Produktinformationen "Heintel, Peter: Kompensationsphänomen Intimität"

Eine Antwort auf Defizitgefühle bei funktionaler Reduktion

Organisationen werden gemeinhin nicht als erster Ort von Intimität angesehen. Sie haben ihre funktionelle Primärbestimmung, Personen sind austauschbar, Funktionen nicht. Auch diese Tatsache sowie die Verfasstheit in anonymer, indirekter Kommunikation, all dies spricht gegen Entfaltungsmöglichkeiten von Intimität, die wir eher im Privaten sehen wollen. Gibt es daher in Organisationen Intimität? Wenn ja, woher kommt sie, welche Gestalt nimmt sie an und warum ist sie tabuisiert?

Organisationen, vor allem jene der ausdifferenzierten Gesellschaften unserer Neuzeit, dienen einem speziellen Zweck, einer Aufgabe, der alles "Sonstige" unterzuordnen ist. Funktionen werden z.B. in Stellenbeschreibungen ausgewiesen und dienen den Personalaufnahmen zur Orientierung. Immer wieder wurde versucht, Personen möglichst auf diese Funktionen und Aufgaben zu reduzieren. Was sie sonst noch mitbringen, stört eher: "Menscheln" nennt man dann abwertend Situationen, in denen es offensichtlich nicht nur um die "Sache" geht. Rationalisierungsmassnahmen, erhöhter Arbeitsdruck, Zeitverdichtung und -beschleunigung verstärken die Ausrichtung auf weiter funktionale Reduktion. Der Beruf wird zum "Job", das Geld letztes Anerkennungsmittel, es wächst die "innere Emigration" und die Angst vor einem Arbeitsverlust nimmt alles in Kauf bis hin zu ständiger Überlastungssymptomatik, die schliesslich im "Burn-out" ihre akzeptierte Endstation findet. Wo hat da noch Intimität Platz? Dennoch gibt es Intimität; mindestens in vierfacher Form: Erstens als Versuch, die "Kälte der Funktion" zu kompensieren, zweitens Näheentwicklung in Teams, in Projekten, wo man voneinander abhängig ja ausgeliefert ist, drittens als Manipulationsinstrument der Macht - sowohl in ihrer Ausübung wie auch, um sie zu "entschärfen". Letztlich gibt es Organisationen, die um Intimität gerade aus ihrer Funktion heraus nicht herumkommen: Krankenhäuser, Altenheime, Pflegeanstalten, psychotherapeutische Einrichtungen etc.

Man wird gut daran tun, diese unterschiedlichen Arten von Intimität zu unterscheiden und auf ihre Ursachen hin zu überprüfen. Die Sehnsucht der Menschen, funktionale Reduktion zu überwinden, sich halbwegs "klimatisch" einzurichten, wird ihnen kaum zu nehmen sein, zumal unsere Organisationen, um zu funktionieren, "mehr Mensch" brauchen. Hier wird zu klären sein, welchen Bereichen Intimität vorbehalten bleibt, welche Näheverhältnisse man ihr zurechnen will oder ob es gerade Intimität ausmacht, nicht "öffentlich" sein zu dürfen.

Prof. Dr. Peter Heintel ist Professor für Philosophie und Gruppendynamik an der Alpen - Adria - Universität Klagenfurt sowie Trainer für Gruppendynamik ÖGGO

Vortrag anlässlich der Changetagung "Organisation und Intimität" vom 30. - 31. Januar 2014 in Basel, ca. 41 Min. auf 1 CD oder 1 DVD

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Hersteller Heintel, Peter

Artikel-Nr.: CT14-K1C

 

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