Beckermann, Ansgar: Selbstbewusstsein ohne Ich

Beckermann, Ansgar: Selbstbewusstsein ohne Ich
https://shop.auditorium-netzwerk.de/media/image/thumbnail/tds13-v3_5095_0_30x30.jpg
https://shop.auditorium-netzwerk.de/media/image/thumbnail/tds13-v3_5095_0_720x600.jpg
 

Produktinformationen "Beckermann, Ansgar: Selbstbewusstsein ohne Ich"

Wie kognitive Wesen lernen, sich als Teil der Welt zu sehen

Was sehe ich, wenn ich in den Spiegel schaue? Mein Ich? Mein Selbst? Nein, ich sehe mich, nur mich - das Lebewesen, das ich bin. Dass es in jedem Menschen, sozusagen als inneren Personenkern, ein Ich oder Selbst gibt, das wie ein Operator in einer Schaltzentrale das ganze Denken und Handeln dieses Menschen steuert, ist eine Annahme, die sich erst im 17. Jahrhundert entwickelt und die - als massiver philosophischer Irrtum - eine Menge Unheil angerichtet hat. Aber wenn es kein Ich und kein Selbst gibt, was kann dann Selbstbewusstsein bedeuten? Viele Lebewesen - auch wir Menschen - sind kognitive Wesen, die, um angemessen in ihrer Umwelt agieren zu können, diese Umwelt repräsentieren müssen. Wir müssen herausfinden, welche Dinge es in unserer Umwelt gibt, was das für Dinge sind, welche Eigenschaften sie besitzen und in welchen Beziehungen sie zueinander stehen. Für die meisten Zwecke ist es jedoch nicht nötig, dass wir uns selbst als Teil unserer Umwelt repräsentieren. Diese Notwendigkeit ergibt sich erst, wenn wir in einer Umwelt leben, in der es andere kognitive Wesen wie uns selbst gibt. Denn für diese kognitiven Wesen sind wir Teil ihrer Umwelt, und deshalb repräsentieren diese Wesen uns auch als Dinge in ihrer Umwelt. Wenn wir das bemerken, beginnen wir zu verstehen, dass auch wir in der Tat Dinge in unserer Umgebung sind, die einen bestimmten Ort und die bestimmte Eigenschaften haben. Selbstbewusstsein - ein Bewusstsein unserer selbst - entwickelt sich also, wenn wir uns selbst explizit als Dinge in unserer Umwelt repräsentieren und wenn wir versuchen herauszufinden, wo wir uns befinden, welche Eigenschaften wir haben und - zum Schluss - wie wir selbst unsere Umwelt repräsentieren.

Prof. Dr. Ansgar Beckermann ist Professor für Philosophie an der Universität Bielefeld, seit 2010 im Ruhestand. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. Handlungstheorie, Philosophie des Geistes, Erkenntnistheorie, Willensfreiheit und Religionsphilosophie. Aktuelle Buchpublikationen: "Gehirn, Ich, Freiheit: Neurowissenschaften und Menschenbild" (mentis, 2008), "Glaube" (de Gruyter, 2013).

Vortrag beim Symposium turmdersinne "Bewusstsein - Selbst - Ich: Die Hirnforschung und das Subjektive" vom 04. - 06. Oktober 2013 in Fürth, ca. 35 Min. auf 1 CD oder 1 DVD

 

Weiterführende Links zu "Beckermann, Ansgar: Selbstbewusstsein ohne Ich"

Weitere Artikel von Beckermann, Ansgar
 

Kundenbewertungen für "Beckermann, Ansgar: Selbstbewusstsein ohne Ich"

 
Bewertungen werden nach Überprüfung freigeschaltet.

Bewertung schreiben

 
 
 
 
Captcha
 

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

 
 

Hersteller Beckermann, Ansgar

Artikel-Nr.: TDS13-V3C

 

Lieferzeit 1-2 Wochen

8,40 € *
Ähnliche Artikel
Koch, Christof: Das Leib-Seele-Problem im 21. Jahrhundert
Die biologischen Grundlagen des Bewusstseins
Im Vortrag wird der Kenntnisstand der Anatomie und Physiologie des Bewusstseins zusammengefasst, die Grenzen unseres Wissens aufgezeigt und aktuelle Experimente mit Menschen, Affen und Mäusen vorgestellt, die die neuronalen Korrelate von Bewusstsein dingfest machen.
Eröffnungsvortrag beim Symposium turmdersinne "Bewusstsein - Selbst - Ich: Die Hirnforschung und das Subjektive" vom 04. - 06. Oktober 2013 in Fürth
ab 12,40 €
Falkenburg, Brigitte: Mythos Determinismus
Wieviel erklärt uns die Hirnforschung? (...) was taugen die Modelle des Bewusstseins, die auf den bewährten naturwissenschaftlichen Methoden beruhen, aus der Sicht der Wissenschaftsphilosophie? Und was lässt sich aus ihnen über das Selbst oder das Ich lernen? Vortrag beim Symposium turmdersinne "Bewusstsein - Selbst - Ich: Die Hirnforschung und das Subjektive" vom 04. - 06. Oktober 2013 in Fürth
ab 8,40 €
Bischof, Norbert: Ignoramus - et ignorabimus?
Warum das Leib-Seele-Problem noch längst nicht gelöst ist
Neben quantenmechanischen und relativistischen Effekten ist auch die Beziehung zwischen Materie und Bewusstsein ein Problemfeld, auf dessen Klärung niemals ein Selektionsdruck lastete, sodass sich für seine Behandlung keine anschaulich plausiblen Denkkategorien ausgebildet haben. (...)
Vortrag beim Symposium turmdersinne "Bewusstsein - Selbst - Ich: Die Hirnforschung und das Subjektive" vom 04. - 06. Oktober 2013 in Fürth
ab 8,40 €
Kunden haben sich ebenfalls angesehen:
Zuletzt angesehen